Sonntag, 5. Oktober 2008

ferien :)

der 1.10. ist der chinesische nationalfeiertag. da der in china eine größere bedeutung hat, als in deutschland gibt es 3 tage frei - also von mitwoch bis freitag. und um letztendlich auf eine komplette freie woche zu kommen, wird ganz pragmatisch der unterricht von montag und dienstag auf das wochenende davor verlegt. allerdings war der informationsfluss wie immer sehr dünn, so dass wir erst im laufe der woche von unserem glück erfahren haben - das heißt, wochenende unterricht, die ganze nächste woche frei. das war wirklich knapp - fast hätte wir uns schon zugtickets geholt, um am wochenende weg zu fahren ...

soviel schon mal vorweg. da sich inzwischen schon 2 wochen angestaut haben, in denen ich nix mehr geschrieben habe, teile ich diesmal inhaltlich ein und schreibe nicht über jeden einzelnen tag.

unsere vielen sprachpartner

dank dem treffen beim deutschkolleg hat jeder von uns jetzt mindestens 2 sprachpartner.
meine 2 heißen marcia und yaoyao. marcia habe ich über sabrinas sprachpartnerin monika kennengelernt. sie studiert umwelttechnik (eigentlich in hefei, anhui) und lernt zur zeit an der tongji deutsch, um in deutschland zu studieren.
prinzipiell gibt es 2 möglichkeiten, an der tongji deutsch zu studieren: direkt als fremdsprache an der fremdsprachen fakultät auf dem hauptcampus, oder als zusätzliches fach am deutschkolleg ein stück außerhalb. die studenten am deutschkolleg lernen die sprache, um in deutschland weiter zu studieren - und zwar in einem extremen tempo, wie ich finde ...
yaoyao ist auch vom deutschkolleg. sie studiert eigentlich logistik.
dann wäre da noch ruan von der fremdsprachen fakultät. sie haben wir ganz am anfang kennen gelernt. sie ist zwar nicht meine sprachpartnerin, aber wir treffen uns auch so ab und zu. sie hat gerade angefangen, französisch zu lernen und möchte nun, dass ich ihr mit der aussprache helfe :)
und dann wäre da noch michael, den sabrina kennen gelernt hat. da sie sich nicht mit ihm alleine treffen möchte, komme ich mit.
außerdem haben alle sprachpartner und co. immer noch freunde und mitbewohner, die manchmal mitkommen. und irgendwie lernen alle deutsch - für gewöhnlich erst seit kurzem, und dabi sind sie in deutsch meist viel besser als wir in chinesisch, nach 2 jahren unterricht :S
der grund, dass hier an der tongji so viele deutsch lernen, liegt darin, dass die uni 1907 von dem deutschen arzt erich paulun gegründet wurde. tongji (同济 heißt in etwa sich gegenseitig helfen) klingt im shanghaier dialekt darüber hinaus wie 'deutsche uni'. an dieser uni hat es also eine gewisse tradtion, deutsch zu lernen. aber auch andersrum studieren hier extrem viele deutsche ...
wir werden auch regelmäßig direkt auf deutsch angesprochen, nicht nur an der uni, sondern auch außerhalb - das hätte ich echt nicht so erwartet ... im übrigen sehen wir wohl auch alle sehr deutsch aus ...

das strompensum

prinzipiell sind strom und wasser in unserer miete enthalten, aber nur ein bestimmtes pensum pro monat. wenn das erreicht ist, hängen bei der rezeption zettel mit den zimmernummern aus, die demnächst nachzahlen müssen. bei sabrina und romana war das gleich ein paar tage nach ankunft der fall, da sie die klimaanlage über nach leufen lassen hatten. bei karo und mir ging einfach eines schönen morgens das licht nicht mehr an - genauso wenig wie der wasserkocher etc. ... (man hatte vergessen, unsere zimmernummer auf die liste zu setzen, so dass wir das ebend so erfahren haben ...). der witz bei der sache war, dass es an diesem tag auch so der strom für das ganze has ausgefallen ist, allerdings erst ab mittag. nur der fahrstuhl wurde irgendwie noch betrieben. irgendwann abends war dann der strom wieder da - außer bei uns. wir haben dann 100yuan nachgezahlt (den betrag kann man selbst bestimmen und was am ende des monats übrig bleibt, wird dann für den nächsten monat genommen).
auf diese weise wird man viel aufmerksamer gegenüber dem stromverbrauch ...

studenten mit eigenen visitenkarten

visitenkarten drucken zu lassen war ein tipp von unseren vorgängern. sie sollen uns bei der suche nach einem praktikumsplatz helfen. da der 3.10. näher rückt, haben wir uns inzwischen alle visitenkarten drucken lassen - eine seite englisch, die andere chinesisch. sabrina und ich haben unsere zusammen mit monika übersetzt. wir haben uns dagegen entschieden, eine adresse anzugeben, sondern haben stattdessen informationen über unser studium drauf gedruckt, schiließlich wissen wir nicht, ie lange wir hier im wohnheim wohnen.
das erstellen und drucken von 120 karten hat uns 40yuan (!!) gekostet. da wir uns schon zu hause überlegt hatten, was drauf soll und alles am rechner vorgeschrieben hatten, hat es insgesamt gerade mal eine stunde gedauert, bis wir unsere karten in den händen halten konnten - professionel erstellt und farbig (bei mir weiß-blau mit tongji-logo).
jetzt sind wir also studenten mit eigenen visitenkarten - schon seltsam ...
danach haben wir übrigens erfahren, dass es a) am 3.10. deutschen generalkonsulat in shanghai keine veranstaltung geben wird und b) das selbige auch noch geschlossen hat ... aber dafür gibt es am 6.10., also morgen einen empfang für alle deutschen in einem hotel. dort werden wir hingehen und hoffentlich ein paar wirtschaftsleute kennen lernen.

der lang weg nach beijing

da durch den feiertag hatten sabrina und ich uns ausgerechnet, dass wir so 3 mal die möglichkeit haben, etwas zu unternehmen: das wochenden vorher, vom 1. bis 2. 10. (den 3.10. wollten wir zurück in hanghai sein, da wir davon ausgegangen sind, dass es im deutschen generalkonsulat eine veranstaltung gibt ... ) und das wochenende danch. mitten im planen haben wir ganznzufällig erfahren, dass wir ja die gesamte woche frei bekommen. ich sehe sabrina an, sabrina sieht mich mit glänzenden augen an und unser erster gedanke heißt: beijing! da beijing ein ganzes stück von shanghai entfernt liegt, lohnt es sich nicht, nur für ein wochenende dahin zu fahren, sondern nur, wenn man mehrere tage zeit hat. selbstverständlich waren wir nicht die einzigen, die diese idee hatten. und so haben wir uns mit vermie und domi zusammen getan. unsere idealvorstellung: sonntag abend mit dem zug losfahren und den nächsten sonntag morgen wieder zurück. und auch für den 3.10. scheint beijing ideal - schließlich befindet sich dort ja nicht nur irgendein konsulat sondern gleich die botschaft.

die tickets hat vermie geholt. der haken bei der sache: wir haben uns in der ersten euphorie nicht so recht klar gemacht, dass wir ja nicht die einzigen sind, die eine ganze woche frei haben, dass genau genommen ganz china auf achse ist ... wir haben also tickets für diestag bekommen - und um die sache schlimmer zu machen: ein langsamer zug, der 24stunden unterwegs ist, hard seater ... und noch schlimmer: keine chance, rücktickets von shanghai aus zu kaufen (wenn ganz china hin will, will ganz china ja auch wieder zurück) ... x wie viele horrovisionen, was reisen zum nationalfeiertag bedeutet, später, haben sabrina und ich uns dazu entschlossen, das projekt beijing erstmal abzubrechen. wir konnten unsere tickets zwar nicht umtauschen (wie wir jetzt wissen, kann man nur das datum ändern, aber sonst nix), aber wir haben andere abenteuerlustige deutsche studenten im wohnhei, gefunden, die uns die tickets abgekauft haben (haben übrigens nur 12€ gekostet - bei dieser distanz ...). domi und vermie sind wirklich gefahren. ich weiß allerdings noch nicht, wie es ihnen ergangen ist.

wir werden nun (hoffentlich) endgültig nächstes wochenende fahren. diesmal nicht zum feiertag, dafür mit einladung des daad - die eröffnungsfeier für dieses semester. erst hieß es sogar, wir bekommen, hotel und flug von shanghai aus bezahlt. da sich allerdings nicht genügend leute gemeldet haben (bei einer anmeldefrist von einem tag nach erhalt der email kein wunder ...), gibt es nun keinen flug, sondern eine reisepauschale und wir müssen uns selbst um zugtickets kümmern (das wollen wir morgen in angriff nehmen).

in beijing wird es dann x vorträge und gespräche von und mit daad geben - und der interessantere teil: eine stadtführung und zum abschied eine jobmesse.

mal schauen, ob wir diesmal wirklich in beijing rauskommen :)

ferien!

nachdem wir hin und her überlegt haben, was wir nun in den ferien machen wollen, haben sabrina und ich uns dazu entschieden, in shanghai zu bleiben. das problem mit den zugtickets, ausgebuchten hostels und überfüllten städten hätten wir schließlich überall gehabt. und so hat sind wir schließlich in shanghai geblieben und haben hier sehenswürdigkeiten abgeklappert. shanghai ist riesig und wir haben gemerkt, dass wir in der woche nicht mehr dazu kommen, uns etwas anzuschauen.

monatag: longhuasi

angefangen haben wir am montag mit dem longhua-tempel - wieder ein buddhistischer tempel, aber diesmal (wohl wegen feiertag) deutlich voller als die anderen tempel, die wir schon besichtigt haben. (eintrittspreis habe ichvergessen, aber war auch so um die 15yuan). zum tempel selbst hat diesmal kein garten gehört, aber um den tempel ringsrum gib es einen park und einen gedenkfriedhof - nur leider haben wir den eingang nicht gefunden ... so sind wir stattdessen noch ein bisschen in dem viertel spazieren gegangen.

dienstag: geburtstag auf chinesisch

der eigentliche plan für den dienstag bestand darin, dass sabrina und ich vormittags in die shoppingmall bei uns in der nähe fahren (wujiaochang) um dort nach schickeren klamotten für das praktikum zu suchen, dann war sabrina mittags bei monikas familie eingeladen und ich wollte mich mit marcia treffen und abends wollten wir weg gehen (es hatsich inzwischen so eingebürgert, dass der, der geburtstag hat, irgendwohin zum abendessen eingeladen wird).

aber natürlich ist alles anders gekommen. noch als wir im bus zur shoppingmall saßen, hat sabrina von monika eine sms bekommen, dass sie zu ihr kommen soll. sabrina hat darauf irgendwas geantwortet, in dem auch stand, dass ich geburtstag hab, so dass mich monika am ende auch noch eingeladen hat.

wir sind also nur zur shoppingmall gefahren, um dort auf die schnelle sabrinas gastgeschenk, dass wir am tag zuvor ausgesucht hatten (eine schachtel parlinen) zu erweitern. wir haben uns für eine geschenkpackung verschiedener kekse aus einer franzöischen bäckerei entschieden. mit beiden geschenken ausgerüstet sind wir dann zu monika gefahren.

dann kam es wieder anders, als erwartet. wir hatten sie so verstanden, dass wir bei ihr zu hause essen. stattdessen sind wir zusammen mit ihren eltern, die aus hefei, anhui zu besuch waren, mit bus und metro bis nach pudong gefahren, wo ihr onkel und ihre tante wohnen. dazu muss man sagen, dass in pudong alles neu gebaut ist. vor ca. 20 jahren war hier nichts außer bauernhöfen und jetzt steht hier ein hochhaus am anderen. die wohnungen hier sind - wie alles andere - modern und sehr teuer. der onkel und die tante von monika hatten als geld - und das hat man deutlich gemerkt ... sie wohnen in einer der begehrten großen wohnungen in einem hochhaus, fahren einen neuen audi und auch am verhalten merkt man, dass sie sehr gut da stehen. das restaurant (noch so ein trugschluss von uns ...), in das die familie (onkel, tante, noch ein onkel mit tante, cousin, noch ein onkel mit tante, oma, monika und ihre eltern - und wir :) - also insgesamt 13 personen) eingeladen wurde befand sich auch in pudong in einem kaufhaus in der 8.en etage und war selbstverständlich auch sehr teuer ... wir haben in einem abgetrennten raum an einem großen runden tisch mit einer drehbaren glasblatte in der mitte gesessen.

ich habe ja schon viel über das problem der sitzplatzvergabe in china gelesen, aber es war mal sehr interessant, dass in der praxis zu sehen. das prinzip ist: desto weiter von der tür weg, desto höher in der heirarchie (ehrengast oder ranghöchste person) und desto näher an der tür, desto weiter unten. erstaunlicher weise hat der onkel nicht mal mehr den ehrenplatz eingenommen.

ebenfalls wie aus dem lehrbuch war das permanente zugeproste, da man in china nie alleine trinkt. dabei müssen die personen, die aufgefordert werden, ausfstehen - da waren wir natürlich auch mehrmals dabei.

da wir dort gesessen haben, wo die kellnerin das essen auf den tisch gestellt hat, wurden wir immer bei allem als erste aufgefordert zu kosten ("lusi, siwei, shishi, shishi!!"). monikas vater hat sich die ganze zeit total lieb um uns gekümmert und monika musste immer alles übersetzen. da wir die ganze zeit beobachet wurden, hatte ich ein bisschen angst, dass irgendwas überhaupt nicht schmeckt oder zu scharf ist (wenn ich chili esse, laufe ich knallrot an und mir schießen sofort die tränen in die augen ...), aber zum glück war alles sehr lecker und mäßig scharf.

am ende kam es dann doch noch: eine riesige geburtstagstorte von monikas eltern. darauf ein schildchen aus weißer schokolade auf dem ein geburtstagsgruß und mein name auf deutsch und chinesisch stand und 2 kerzen als 21 :) dann wurde das licht aus gemacht, die kerzen angezündet und alle haben "zum geburtstag viel glück" auf chinesisch gesungen. danach musste ich die kerzen auspusten und die torte anschneiden. allerdings etwas anders als bei uns hat sich danach jeder selbst sein stück geschnitten - und nicht alle hatten unbedingt die typische kuchenstückchenform X)

zum schluss wurden die reste vom essen eingepackt und einer der onkels hat sie mitgenommen.

dann sind wir mit monika und ihren eltern heim gefahren, wobei sie am people square richtug bahnhof umgestiegen sind, um tickets nach wuxi zu kaufen.

am abend kam dann das schon fast traditionelle geburtstagsessen (ja, ich werde nicht verhungern ...). diesmal zu fünft mit sabrina, karo, romana und monika (marcia musste ich mittags ja leider absagen und abends hatte sie keine zeit). die anderen hatten sich überlegt, zum bund zu gehen. dort gibt es in einem alten astronomischen observatorium (oder sowas in der art ...) eine gaststätte, von der aus man über den bund schauen kann. das essen dort ist westlich und hat auch leider westliche preise. aber der ausblick und die atmosphäre sind wirklich genial.

(an der stelle noch mal vielen lieben dank für alle geburtstagsgrüße :) )

mittwoch (chinesischer nationalfeiertag): französische konzession

am morgen ist karo zusammen mit anja, linh, connü und jenny nach nanjing gefahren, so dass ich erstmal sturmfreie bude hatte X)

die französische konzession ist ganz anders, als man sie sich nach den beschreibungen vorstellt. wenn man hört, villen im französischen still, denkt man ja eher an große prunkbauten mit noblen vorgärten und allen. so sieht die französische konzession aber überhaupt nicht aus. das zentrum - wenn man das so bezeichnen kann - ist die huaihailu, eine breite shoppingstraße mit allen typischen westlichen marken -vor allem die richtig teuren ... (nebenbei hatten auch alle offen ... feiertag in china bedeutet, man kann aufmachen, wenn man will und offensichtlich wollten alle ...) und aller 3m gibt es ein weiteres geschäft für brautkleider - die, wie alles hier - richtig überladen sind ... irgendwie ist ganz shanghai eine einzige große shoppingmall ...

die seitenstraßen der huaihailu waren im gegensatz zu dieser großen straße wie ausgestorben. aber auch hier sah es nicht besonders europäisch aus. es gibt zwar häuser mit typisch-europäischer bauart aber sie verfügen auch gleichzeitig über die typisch-chinesischen mauern ringsrum, so dass man nicht so viel davon sieht. mitten drin befindet sich die ehemalige residenz von sun yatsen mit angeschlossenem museum (in china heißt er übrigens sun zhongshan).

der eintritt hat mit studentenermäßigung 10yuan gekostet. da es sich bei dem museum um ein wohnhaus handelt, ist es natürlich ziemlich klein. es besteht aus 2 teilen: dem museum und dem eigentlichen wohnhaus.

nach dieser portion kultur sind wir noch etwas im fuxing-park spazieren gegangen. dort haben viele chinesiche familen picknick gemacht, es gab auch ein paar musiker und viele rentner haben sport gemacht oder karten gespielt (generell sind alle parks meistens voll mit älteren leuten die sport machen).

im nachhinein habe ich dann gelesen, dass sich die gallerie shanghART auch in diesem park befinden soll, aber die haben wir nicht gesehen, schade ...

obwohl wir im internet gesucht haben, haben wir irgendwie nichts über besondere veranstaltungen zum nationalfeiertag gefunden. es gab nur hinweise, dass der verkehr für die bessere atmosphäre eingeschränkt wird und dass auch die sonst so bunte beleuchtung (vor allem in pudung) aus dem gleichen grund schlichter ausfällt. das einzige, was auf den nationalfeiertag hingewiesen hat, waren die vielen chinesischen flaggen und bunte girlanten etc. mit denen die straßen geschmückt wurden (übrigens auch jetzt noch da).

donnerstag: shanghaimuseum (shanghai bowuguan)

das shanghai museum befindet sich auf dem people square. es ist berühmt für seine architektur in form eines 'ding' - eines alten chinesischen gefäßes.

wir sind dorthin mit dem bus (linie 123) gefahren und um 9, zur öffung des museums, angekommen - und schon vom bus aus konnte man die gigantische schlange sehen ... allerdings hat man nur den teil gesehen, der sich entlang der vorderseite verlief. dass die schlange noch die gesamte seite des museums eingenommen hat, haben wir erst gemerkt, als wir das ende gesucht haben ... sabrina wollte schon fast wieder gehen, aber am ende haben wir uns doch angestellt und die zeit mit viel schwarzem humor vertriben. es hat übrigens 1,5stunden gedauert bis wir rein konnten ... übrigens hat es wegen der sicherheitskotrollen so lange gedauert - nicht etwa wegen der kassen oder weil zu viele menschen im museum waren. die sicherheitskontrollen waren wieder wie die am bahnhof (oder wie auf einem flughafen ...): das gepäck wird gescannt und man muss durch einen metalldetektor laufen (der allerdings nicht piept). der witz dabei: wir wurden x mal gefragt. ob wir wasser oder andere getränke dabei haben - hatte wir natürlich. da dort auch noch ein riesiger müllbehälter bereit stand und wir permanent aufgefordert wurden zu trinken, dachten wir, dass man keine getränke mit in das museum nehmen darf. auf unsere frage, ob wir das wasser jetzt austrinken sollen, haben sie aber auch nur mit nein reagiert und uns wieder zum trinken aufgefordert. nachdem das so eine weile hin und her gegangen ist, ist bei uns dann endlich der groschen gefallen: es geht bei dieser kontrolle nur darum, zu zeigen, dass sich in den flaschen auch wirklich getränke befinden. man muss einen schluck trinken und dann sind die sicherheitsleute zufrieden. (die familie nach uns hatte es noch dümmer getroffen: die haben aus ihrem rucksack eine ganze sammlung trinkpäckchen geholt und durften alle auf machen)
eitritt mussten wir im übrigen keinen zahlen. ich weiß aber nicht, ob das immer so ist, oder nur wegen der feiertage. ich habe allerdings auch nirgendwo hinweise auf eintrittspreise gefunden.

das museum selbst ist alten kunstgegenständen gewidmet un besteht aus 4 etagen. wir haben ganz oben angefangen und uns dann nach unten gearbeitet ;)
in der vierten etage gibt es vier ausstellungen: zu den trachten der minderheiten in china, zu jade, zur entstehung von münzen (mit 2 extraausstellungen, eine von einem berühmten chinesischen münzensammler und eine zur seidenstraße) und eine austellung zu möbeln aus der ming- und qing-zeit.
in der dritten etage gibt es eine große ausstellung zu chinesischer malerei, eine zu kalligraphie und eine zu siegeln.
die zweite etage ist chinesischer keramik und prozellan gewidmet und in der ersten etage gibt es eine ausstellung zu chinesischen skulpturen und eine zu bronzen.
die einzelnen ausstellungen sind alle sehr gut dargestellt, jede in einem eigenen aber dezenten stil. sie sind meistens chronologisch geordnet und es gibt auch chinesisch- und englischsprachige erkärungen, die vermitteln allerdings nicht gerade zu viel fachwissen. dafür sprechen aber auch die ausstellungsstücke für sich.
man sieht in dem museum so viel, dass wir am ende ganz erschlagen waren. wegen der langen schlange am eingang hatten wir rumgewitzelt, dass wir jede tafel mindestens 2mal lesen werden - bei der menge an eindrücken haben wir das lesen aber schon nach kurzer zeit aufgegeben ...

nachdem wir aus dem museum raus waren, wollten wir noch zum theater um uns über das programm im dezember zu informieren - ich konnte ein paar leute dafür begeistern, zu weihnachten ins ballett zu gehen :)
als wir nach einer unterführung gesucht haben, sind wir glatt in der nächsten shoppingmall rausgekommen: man ahnt es von außen nicht, unterhalb des people sqare befindet sich eine genauso große einkaufspassage fpr teenies ... (neben einem laden mit hello kitty befindet sich einer mit snoopy und daneben einer mit pucca und nicht weit weg einer mit astro boy und betty boop und disney hat gleich mehrere etc. ...) beim theater waren wir schließlich erfolglos, das programm gibt es erstmal nur bis oktober ...

am abend haben wir uns noch mit michael und seiner kommilitonin emma getroffen.

freitag (tag der deutschen einheit): träume werden wahr ...

nachdem wir also x mal kontrolliert hatten, dass zum tag der deutschen einheit in shanghai wirklich nichts passiert, haben wir den tag andersweitig verplant - und zwar sind wir zu dem berühmt-berüchtigten stoffmarkt in der dongmenlu 168 gefahren (witzigerweise steht diese adresse sogar genauso auf den verkehrsschildern und es gibt eine bushaltestelle ganz in der nähe: linie 910 bis zhongshan-nan-lu/fuxinglu). dieser 'markt' ist wie ein kaufhaus mit 4 etagen aufgebaut (eine unten, 3 oben). und auf jeder etage befindet sich ein stand am andern - alles kleine schneideren, es erinnert ein bisschen an eine messe. jeder hat ein paar sachen auf puppen dekoriert oder sonstwie zur schau gestellt und im hintergrund befinden sich ie stoffballen. es ist schwer, das ausmaß dieses maßes zu beschreiben - man wird dort richtiggehend erschlagen von den vielen kleinen ständen und es ist schwer, die orientierung bei den verschlungenen schmalen wegen dazwischen zu behalten. wir haben uns jede etage angeschaut und danach habe ich einen wintermantel in auftrag gegeben und sabrina hat sich einen anzug schneidern lassen (= blazer, rock und hose). der mantel kostet mich 60€, dar anzug kostet 50€ - und das maßgeschneidert innnerhalb einer woche!! ich bin schon gespannt, wie die sachen werden :) wir wurden auch schon vorgewarnt, dass dieser markt dazu verführt, jede woche wieder zu kommen und das nächste in auftrag zu geben X)
im übrigen können die leute dort ganz gut englisch und in der obersten etage befindet sich sogar ein citibank-automat - man ist also bestens auf westler eingestellt ...

da sich der stoffmarkt quasi am eingang zur (diesmal richtigen) altstadt befindet, wie ein blick auf die karte verraten hat, sind wir danach noch etwas durch die altstadt gelaufen. und dass wir diesmal richtig waren, haben schon allein die ganzen touristengruppen bewiesen, die man hierher geschleppt hat ...

zum abschluss des tages sind wir noch zur shoppingmall bei uns in der nähe gefahren (wujiaochang) und haben bei c&a nach schicken klamotten für das praktikum gesucht. (btw: den citibank-automaten, den es angeblich in dieser mall gibt, haben wir immer noch nicht gefunden ... der wird weg genommen, wenn wir kommen ...)

am freitag ist auch karo aus nanjing wieder zurück gekommen, da sie sich auch eine veranstaltung zum 3.10. erhofft hatte - aber pustekuchen ...

sonnabend: stadtplanungsmuseum

ebenfalls am people square befindet sich das stadtplanungsmuseum. diesmal waren wir auch schon auf längere wartezeiten eingestellt (und beim shanghai-museum sah die schlange auch wieder beängstigend aus), aber vor dem stadtplanungsmuseum standen nur verhältnismäßig wenig menschen - zu unserem leidwesen reisegruppen ... der eintritt hat ermäßigt 15yuan gekostet.
das museum besteht aus 5 etagen (hat auch eine bemerkenswerte architektur, aber ich wüßte nicht, was es darstellen soll). die erste ist nur empfang. in der 1. und 2. befinden sich vergleichsbilder vom alten und neuen shanghai (wobei man sich manchmal verarscht vorkommt, wenn an einem alten PHOTO 15. jahrhundert steht ...), die dritte etage enthält eine sonderausstellung zur expo (von bewerbungsvideo über die entwürfe für das expogelände bis hin zum endgültigen aufbau mit vielen modellen). die vierte und fünfte etage sind dem neuen shanghai, bez. shanghais entwicklung gewindmet. das beste darin ist ein riesiges modell von gesamt-shanghai in der vierten etage, auf das man aus der fünften etage drauf schauen kann.
es ist ein bisschen schade, dass das museum quasi überhaupt nichts chronologisches zur entwicklung enthält. das die zeit von 1949-1978 ausgeblendet wird, wussten wir auch schon vorher, aber das klang zumindest danach, als würde der rest systematisch dargestellt.
als wir das museum verlassen wollten, haben wir erstmal keinen ausgang gefunden. da war nur ein kleines unauffälliges schildchen auf dem etwas mit ausgang und shanghai der 30er jahre stand und dass zu einer treppe nach unten geführt hat - und weit und breit kein mensch, nur spärliche belichtung und eine absperrung, die quer in den raum zeigte, so dass wir nicht wussten, ob sie offen oder geschlossen ist. das ganze hat eher wie ein notausgang als alles andere gwirkt. nach einigem hin und her sind wir schließlich darunter gegangen und haben schon rumgewitzelt, dass wir uns im musem verlaufen werden und dort die nacht verbringen werden. am ende der treppe standen 2 sicherheitsleute und danach begann ersthaft eine auf alt getrimmte unterirdische einkaufsstraße ... die war dann übrigens an die shoppingmall unterhalb des people square und an die metro angeschlossen ... es ist echt krass, wieviele shopping-center diese stadt hat ...

ohne, dass wir dort geld gelassen haben X) sind wir vom people square aus die nanjing-dong-lu bis zum peace-hotel runter gelaufen. die war diesmal richtig überfüllt mit menschen. und natürlich wurden wir wieder von jedem (schwarz-) händler angesporchen. sabrina hat schon ein lied daraus gemacht ("bags, watches, dvd, shoes - t shirts").

soweit so gut :)
wenn ich es hin bekomme, versuche ich demnächst häufiger zu schreiben und irgendwann gibt es bestimmt auch mal photos X)

viele grüße an alle!
alin

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