langsam aber sicher beginnt der studienalltag, das heißt, ich habe nicht mehr so viel zeit und bin deswegen nicht mehr so oft am computer.
bilder werde ich nachreichen, wenn ich wieder den nerv und die zeit dafür habe (aus irgendeinem grund funktioniert das an meinem laptop nicht richtig, deswegen muss ich bilder hier in der html-ansicht einfügen und das ist kompliziert und dauert ewig ...) - aber auf jeden fall werde ich nach und nach noch mehr bilder in diesen blog einfügen - ich renn ja nicht um sonst die ganze zeit mit einem photoapperat rum ;)
der letzte eintrag liegt inzwischen eine woche zurück. da in der letzten woche nicht so viel passiert ist, möchte ich das nur kurz erwähnen:
am dienstag hatte karo geburtstag. da sie vegetarierin ist (definitiv keine gute idee in einem land, wo 'vegetarisch' bedeutet, 'isst kein schweine- und kein rindfleisch' ... aber es gibt hoffnung für vegetarier: jede menge (wirklich) vegetarische restaurants, die man im inet raussuchen kann), haben wir sie in ein vegetarisches restaurant eingeladen.
es befindet sich auf der nanjing-east-road in der nähe der metrostation. ich glaube aber, man kann es wirklich nur finden, wenn man die hausnummer kennt, da es sich im 8. stock eines hauses befindet und das schild total unauffällig ist. auf jeden fall kann ich das restaurant nur empfehlen - auch nicht-vegetariern ;) der tofu hat wirklich wie echtes fleisch geschmeckt und alles, was wir bestellt haben (karte mit bildern und mit englischer erklärung), hat sehr gut geschmeckt.
ebenfalls empfehlenswert sind die 2 großen buchläden auf der fuzhoulu (eine paralellstraße zur nanjinglu) - ein tipp unserer lehrerin. der eine heißt "shanghai waiwen shudian" (shanghai fremdspraschen buchladen). wie der name schon verrät giebt es dort jede menge ausländische bücher, importe und auch viele bücher um femdsprachen zu lernen, bzw. lehrbücher für chinesisch - das ganze verteilt auf 4 etagen. der andere heißt "shanghai shucheng" (shanghai buchstadt) - mit 7 etagen macht er seinem namen alle ehre. uns hat vor allem die fremdsprachenabteilung interessiert. es hätte noch eine abteilung mit importierten büchern gegeben, aber wir waren erstmal nur auf der suche nach lehrmaterial. bücher sind hier in china wesentlich billiger als in deutschland - vorrausgesetzt, es sind chinesische bücher und keine importe. gestern hatte zum beispiel eine chinesin das gleiche wörterbuch, das ich mir in deutschland für ca. 20€ gekauft habe. ihr wörterbuch hat 23yuan gekostet ...
am donnerstag hat das deutschkolleg der tongji ein treffen zwischen chinesischen deutsch-stundenten und deutschen chinesisch-studenten organisiert. da die organisation über den daad lief, sind auch connü, linh und jennie von der donghua-universität gekommen :)
bei diesem treffen habe ich meine sprachpartnerin yaoyao kennen gelernt. wir haben uns gestern auch schon mal zusammen mit ihrer mitbewohnerin (die auch deutsch lernt) getroffen.
außerdem habe ich über sabrinas sprachpartnerin monika noch eine zweite sprachpartnerin vermittelt bekommen: sie heißt marcia und mit ihr werde ich mich heute abend noch treffen.
ebenfalls am donnerstag haben wir mit der organisation unseres wochenendausfluges nach hangzhou begonnen. nachdem mockiert wurde, dass sabrina und ich immer alles organsieren, haben wir uns diesmal zurück genommen und karo und romana die zugtickets kaufen lassen. nach einigem hickhack hat romana die tickets allerdings alleine geholt.
am abend haben wir dann zu viert (karo, sabrina, romana und ich) per inet zimmer in einer jugendherberge gebucht. und nun zum höhepunkt dieser woche: unser ausflug nach hangzhou!!
ein paar allgemein fakten zu hangzhou: die chinesen nennen es das paradies auf erden.
wahrscheinlich ist das auch der grund dafür, dass es als renterstadt gilt.
hangzhou ist berühmt für den westsee (xihu) sowie 2 große pagoden und einen der ältesten buddhistischen tempel (lingyinsi) - hangzhou ist also auch oder vor allem für chinesische touristen ein beliebtes reiseziel. es befindet sich in relativer nähe südlich von shanghai in der provinz zhejiang.
unser plan war es, möglichst früh in hangzhou anzukommen, um den sonnabend gut nutzen zu können und sonntag abend wieder zurück zu fahren. unser zug sollte 7.30am von shanghai-südbahnhof losfahren, also sind wir 4.30am (!!!) aufgestanden. und trotzdem waren wir von der zeit her ziemlich knapp da - ich habe ja schon beschrieben, was es bedeutet, in china zug zu fahren ...
der hammer kam aber noch: unsere tickets waren auf den vortag datiert und aus diesem grund sind wir nicht in die waitinghall und damit auch nicht zum zug gelassen wurden ... da gab es wohl ein missverständnis an am schalter, und von uns ist das auch niemandem aufgefallen ... am ende blieb uns nichts anderes übrig, als neue ickets zu kaufen. zu unserem glück gab es noch welche: stehplätze in einem t-zug (=langsam ...).
in hangzhou sind wir schließlich gegen 11.30am angekommen und bis wir die herberge gefunden hatten (da sie ganz neu war, kannte sie der taxifahrer nicht und es war nicht leicht,ihm klar zu machen, wo wir hin wollen ...) war es nach 12 ... mit dem sightseeing haben wir dann gegen 1pm angefangen ...
(das einzige positive an dieser geschichte: im zug haben wir einen östereicher kennen gelernt, der für einen textilhersteller arbeitet, uns von seiner arbeit erzählt hat, auch im hinblick auf ein praktikum ... und uns schließlich seine visitenkarte gegeben hat.)
aber zumindest über das hostel (touran-hostel) kann ich nur positives berichten. da es sich um eine jugendherberge geahndelt hat, war ich schon auf das schlimmste eingestellt. stattdessen sind wir aber in einem nagelneuen hostel unter gekommen. die einrichtung war auf klassisch-chinesisch getrimmt, aber auch irgendiwe modern. wir haben 2 doppelzimmer bekommen und ich habe mit sabrina zusammen in einem zimmer gewohnt. die leute von dem hostel waren auch sehr nett, sie haben uns sogar einen stadtplan von hangzhou ausgeliehen und uns immer geduldig erklärt, welche buse wir nehmen müssen, wo wir lang müssen etc. um die stadt zu erkunden haben wir uns diesmal aufgeteilt. ich bin mit sabrina losgezogen. wir wollten als erstes den lingyintempel besichtigen und sind mit dem bus dahin gefahren (btw: es gibt in hangzhou spezielle touristenbuslinien, die aus holz sind und wo statt der üblichen bandansage eine uniformierte frau vorne steht und die haltestellen ansagt :) ). der lingyintempel befindet sich in einem riesigen areal (leider bezahlt man dort für alles extra hab aber gerade die preise vergessen). hier haben wir auch die ersten berge gesehen (shanghai ist ganz flach ...). wir sind einen sage und schreibe 64m hohen berg hochgeklettert (ein labyrinth aus steilen und irgendwie abenteuerlichen treppen führt nach oben) - und als wir oben angekommen sind, sahen wir aus wie geduscht ... in hangzhou war es sogar noch heißer als in shanghai schon, über 30°C ... in dem berg gab es befinden sich viele höhlen, in denen buddhafiguren in die wände geschöangen sind. aber auch von außen sieht man viele reliefs und skulpturen. wieder unten haben wir uns als nächstes den tempel angeschaut. der ist auch noch mal riesig und ebenfalls an einem berghang angelgt, so dass man von einer halle ur nächsten immer mehr treppen anch oben läuft. von dem tempel haben wir auch bei witem nicht alles gesehen. aber wir hatten uns noch vorgenommen zum teemuseum zu fahren, deswegen sind wir nur gerade bis ganz hoch und dann wieder runter. auf dem lingyin-gelände hätte es auch noch ein dorf gegeben, dass man besichtigen kann, aber da das wieder extra-eintritt gekostet hätte, sind wir dort nicht rein gegangen. was danach passiert ist kann man auch unter der sparte 'critical incedent' verbuchen ... da wir die öffnungszeiten des museums aus einem reisführer kannten, wussten wir, dass wir nicht viel zeit hatten und w0llten deswegen mit einem taxi hinfahren. allerdings haben wir keinen taxistand gefunden und alle leute die wir gefragt haben, haben uns nur zu einem busbahnhof geschickt. dort haben wir schließlich einen jungen mann angesprochen, der sich dann offensichtlich verpflichtet gefühlt hat, uns zum museum zu bringen - aber mit dem bus. erschwerend kam hinzu, dass es auch nicht aus hangzhou war und deswegen erstmal rumtelephonieren musste, wie man dahin kommt. und da er nicht gut englisch konnte, und unser chinesisch auch nicht so toll war, hat er schließlich gesagt, er bringt uns. uns war das ziemlich peinlich, da wir ja schon wussten, dass wir so viel zu spät bei dem museum ankommen würden und wir wollten ihn nicht enttäuschen. wir haben alles versucht, ihn irgendwie zu dazu zu bringen, uns alleine weiterfahren zu lassen, aber er hat darauf bestanden, uns zu bringen. schließlich hat er im bus eine bekannte getroffen. die hat ihm gesagt, dass das museum ohnehin schon geschlossen ist und stattdessen hat sie uns mit in das teedorf longjingcun genommen (drachenbrunnendorf, eine weitere attraktion in hanfgzhou: hier wird der longjingcha, drachenbrunnentee, angebaut). ________________________________________________
fortsetzung:
und natürlich hat ihre familie ebenfalls longjingcha angebaut, den wir verkosten und dann kaufen sollten ... naja ... da wir den jungen so gescheucht haben, hatten wir ein schlechtes gewissen und haben also etwas tee gekauft (wovon er natürlich nichts hat, sondern nur die frau und ihre familie ...). am ende haben bekannte von ihr uns wieder zurück zur jugendherberge gebracht (nachdem sie uns noch unbedingt einen landen für perlen zeigen mussten ... ).
zum abendessen hatten wir "eine" gaststätte empfohlen bekommen. da alle gesagt haben, die adresse sei weiter weg, haben wir uns schließlich (wieder zu viert) in ein taxi gesetzt und sind hingefahren. leider hat sich unsere gaststätte als eine straße mit einem hotel am anderen herausgestellt. wir waren eine ganze weile unterwegs, bis wir in eine gaststätte gegangen sind, da sie alle entsprechend teuer aussahen.
nach dem essen sind wir noch zufällig auf einen geschäft gestoßen, das klamotten verkauft hat, die mir sogar mal zur abwechslung gepasst haben :) . dort habe ich mich erstmal eingedeckt (da mein gepäck auf gerade mal 20kg beschränkt war, habe ich kaum klamotten mit genommen und habe mich darauf verlassen, hier in china billige sachen zu bekommen - was aber bis jetzt an den größen gescheitert ist). ich weiß jetzt das ich die chinesische größe 170 - 92A habe (entspricht einer L). da es sich bei dem laden um eine französische kette gehandelt hat (?? schon mal jemand was von cache-cache gehört??), waren die preise auch eher westlich, aber alle mal besser als gar nix ...
am nächsten tag sind sabrina und ich zeitig 5.30am aufgestanden, weil wir die illusion hatten, so den sonnenaufgang über dem westsee (xihu) zu sehen. als wir aber dann 10 nach 6 endlich losgekommen sind, war es schon lange hell ... aber ich denke, es war trotzdem kein fehler, so zeitig aufzubrechen, weil dadurch a) noch keine touristen großartig unterwegs waren (außer uns X) ) und b) wir in den genuß aller klischees über chinesen am morgen gekommen sind :) - es haben viele leute morgengymnastik gemacht, einige waren laufen, an etlichen stellen haben vor allem ältere menschen taijiquan geübt. außerdem haben wir einen alten mann gesehen, der mit wasser und einem großen pinsel (mit einem schwamm statt brosten) kalligraphien auf den boden geschrieben hat. in einem park total abgeschieden von allen anderen, hat auch ein mann ein chinesisches musikinstrument gespielt (sah ein bisschen aus wie eine geige). unser plan war es, eine komplette runde um den see zu drehen - diesen plan haben wir auch in die tat umgesetzt ... wie ich gerade ebend noch mal nachgeschaut habe, beträgt der umfang des westsees 15 km. plus hinweg von der jugendherberge, etlichen pausen für photos (viele, viele photos ...), besichtigen einiger der sehenswürdigkeiten um den see ringsrum (die übrigens zum glück alle kostenlos waren), erkunden einer der inseln (die durch brücken und die beiden dämme, über die wir beide gegangen sind, an das festland angeschlossen ist), mittagessen und diversen kleineren pausen, haben wir bis ca. 1pm gebraucht, um ringsrum zu kommen.
(da ich so gerne von restaurants und essen schreibe: in diesem restaurant auf der nanshanglu gab es keine karte sondern in einem nebenzimmer stand eine lange zwistöckige tafel, auf der alle gerichte fertig zubereitet mit alufolie drüber und namens- und preisschild davor standen, davon haben wir 3 gerichte für 2 personen ausgewählt: baozi - die besten, die ich bis jetzt gegessen habe :) - tofu und etwas, das wenigstens hangzhou im namen hatte: kleine mit lauch gefüllte taschen mit einer süßen soße - alles sehr lecker :) )
danach sind wir total müde ins hostel zurück, da wir um 2pm auschecken mussten. die zeit bis zum zug haben sabrina und ich genutzt, indem wir uns das seidenmuseum angeschaut haben. der eintritt war sogar kostenlos, allerdings haben wir ihn irgendwie doch bezahlt, da uns der erste taxifahrer falsch verstanden hatte und uns statt zu einem "seidenmuseum" zu einem "seidenkaufhaus" gefahren hat und wir dann quasi den ganzen weg mit einem anderen taxi wieder zurück gefahren sind. das museum an sich ist recht überschaubar. viele der ausgestellten sachen (zur geschichte der seide, und kleidung aus seide im laufe der geschichte, wenig zur herstellung) sind leider 'replica'. aber da wir sowieso viel zu müde und außerdem voll beladen waren (wir hatten das hostel ja bereits verlassen), war uns das auch irgendwie ganz recht so, für ein großen museum hätten wir gar nicht mehr die aufnahmefähigkeit besessen.
die rückfahrt war dann angenehm unproblematisch - diesmal waren wir überpünktlich da (eine ganze stunde früher), hatten die richtigen tickets und sitzplätze.
ein kleiner nachtrag (entnommen aus wikipedia) - der spruch zu suzhou und hangzhou:
„Oben ist der Himmel - unten sind Suzhou und Hangzhou“ (上有天堂,下有蘇杭。 / 上有天堂,下有苏杭。, Shang you tiantang - xia you Su-Hang).
viele grüße an alle!
vor 16 Jahren
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