Freitag, 12. September 2008

schulanfang

inzwischen bin ich in der lage, von einem eigenen inetanschluss im wohnheim zu schreiben. wie wir daran gekommen sind ist ein einziges trauerspiel ...

als der anschluss eingerichtet wurde, waren nur karo und romana da. sabrina und ich saßen in einem aufenthaltsraum für lehrer und haben auf eine professorin gewartet ... das war zwar quasi um die ecke, aber als mich der anruf von karo erreicht hat, dass leute wegen dem inet da sind, haben wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft ... das ergebnis: sabrina und ich konnten mit unseren rechnern nicht ins inet, wir sind mehrere tage ständig zu dem büro der telephongesellschaft gerannt, konnten uns aber nicht ausdrücken, bzw. niemand hat verstanden, worin unser problem liegt (alles auf chinesisch, wobei ich das nicht mal auf deutsch richtig erklären könnte ... und alle, die englisch konnten, hatten von computern keine ahnung ...). die genialste lösung für unser problem: wir sollen uns mit unseren bösen mitbewohnern, die uns nicht das inetkabel geben, darum schlagen :'( (eigentliches problem: wir sind nicht in der lage, die inetverbindung auf unseren laptops zu installieren...) das ganze drama hat sich geklärt, als wir einen australischen mitschüler kennen gelernt haben, der genug ahnung von computern hatte, um das für uns zu lösen ...

also, zum wensentlichen: der unterricht hat angefangen!! komplett auf chinesisch, aber nicht annähernd so schlimm, wie wir es nach den beschreibungen unserer vorgänger erwartet hätten (langsam kriege ich ohnehin zweifel an ihren tipps und behauptungen ...). der chinesischunterricht wir aufgeteilt in 4 verschiedene fächer: grundlagen, schriftzeichen, konversation und hörverständnis. die ersten 3 sind (bis jetzt) richtiggehend einfach. nur tingli (hörverständnis) ist extrem schwer, weil wir das in deutschland nie hatten. dieser unterricht findet in einem sprachlabor statt. man bekommt texte auf band vorgespielt und muss dann fragen dazu beantworten.
unterricht habe ich jeden tag von 8 uhr bis 11.40 uhr. außerdem habe ich mich zusätzlich in einen kurs über nachhaltige entwicklung eingeschrieben, der für uns kostenlos angeboten wurde. und ich werde noch einen kurs über chinesisches wirtschaftsrercht besuchen, der ist von unserer deutschen hochschule aus pflicht. es wird noch ein kurs über kultur dazu kommen, der ebenfalls pflicht ist, aber der ist noch nicht organisiert, da wir die entsprechende professorin noch nicht erreicht haben. außerdem wird es irgendwann in den nächsten tage noch ein angebot an zusatzkuren gaben, von denen ich gerne kalligraphie machen möchte. das steht aber noch nicht fest. (es besteht auch die möglichkeit, am hsk-test teilzunehmen (sprachtest wie toefl für englisch), was natürlich sinnvoller als kalligraphie wäre, aber mal sehen ...).
für die 4 fächer habe ich insgesamt 3 lehrerinnen, von denen schon mal 2 liu heißen :)

am ersten schultag gab es auch eine eröffnungszeremonie, aber die war nicht sonderlich erwähnenswert ... das einzige interessante daran: alles chinesische wurde immer noch in englisch und japanisch übersetzt, wobei der dekan sehr gut japanisch konnte und die lehrerin, die das eigentlich machen sollte, immerzu korrigiert und kritisiert hat. sie tat mir echt leid ...

so ... da es hier schon nach 12 uhr ist höre ich erst mal auf zu schreiben ... alles weitere in den nächsten tagen ;)
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fortsetzung:

montag abends dann sind wir zur donghua-universität gefahren, wo 6 weitere komilitonen aus zwickau studieren. diese uni ist kleiner als die tongji. dafür scheint die organisation dort wesentlich besser zu funktionieren, außerdem ist sie zentraler gelegen (an der tongji kommen wir uns manchmal ziemlich abgeschieden vor ...). dort hat der unterricht bereits eine woche früher angefangen und ist wohl wesentlich schwieriger als bei uns ...
eigentlich wollten wir auch mit den donghua-leuten noch irgendwo hin gehen, aber da sie alle lernen mussten, ist ist nur eine von ihnen mitgekommen. der größerer teil unserer gruppe ist dann zu einer bar gegangen. dazu hatte ich allerdings keine lust, da ich eigentlich nur mitgekommen war, um die anderen mal wieder zu sehen. zusammen mit antja, almuth und karo bin ich stattdessen in ein kleines restaurant am straßenrand gegangen, in dem es so eine art fondue gab. der kellner/koch (?) hatte echt geduld mit uns. in diesem restaurant musste man einen kleinen zettel ausfüllen, indem man aus einer großen tabelle mit zutaten welche auswählen konnte. da wir den zettel jedoch nicht lesen konnten, haben wir einfach irgendwas angekreuzt. der kellner hat sich alle mühe gegeben, uns zu erklären, was was ist, aber wir haben ihn nicht verstanden. am ende hat er immer einfach die sachen geholt und uns gezeigt (an der stelle muss man sagen, dass es in china wesentlich mehr gemüsesorten zu geben scheint als in deutschland, so dass ich meistens nach wie vor nicht sagen kann, was für grünzeug ich gerade esse)... auf jeden fall war es sehr lecker :)
irgendwann des nachtens sind wir dann mit dem taxi zurück gefahren. ich hatte schon horrorvisionen, dass wir ärger mit dem pförtner bekommen, weil wir so spät sind, aber am ende hat es niemanden interessiert ...

am donnerstag hat sich vormittags eine größere gruppe gebildet, um auf einem fakemarket einkaufen zu gehen (es wird zwar immer gesagt, china sei billig, aber bis dahin hatten wir immer nur läden mit teuren markenklamotten gefunden, und da ich nicht so viel kleidung mitgenommen habe, hab ich dringend was zum anziehen gebraucht ...).
der markt beginnt direkt an der metrohaltestelle. er ist in einem gebäude untergebracht und sehr groß. er besteht quasi aus unzähligen kleinen lädchen und erinnert ein bisschen an eine messe. es gibt dort allerdings nicht nur kopierte sachen, sondern an einigen stellen auch original chinesische marken. auf diesem markt konnten wir unsere ersten erfahrungen mit dem handeln machen. es war allerdings gar nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, denn handeln wird dort erwartet. es wirkt eher wie ein kleines theaterspiel und man verärgert die verkäufer eher, wenn man sich nicht darauf einlässt. ich habe mir dort ein kleid, einen rock, essstäbchen, harrschmuck und eine sporthose gekauft. im großen und ganzen, denke ich, wir wurden doch ganz schön übers ohr gehauen, aber zumindest habe ich alle sachen in etwa zu den preisen bekommen, wie ich sie eingeschätzt hatte.
nach einem jahr china werden wir sicherlich alle total verkitscht sein, da es hier einfach den schönesten kitsch gibt ;) . generell fällt auf, dass viele frauen in kleidern rumlaufen, die man in deutschland vielleicht zu einer großen feier oder ins theater anziehen würde, aber nicht im alltag. und beispielsweise bei schreibwaren ist es manchmal geradezu unmöglich, welche ohne niedliche comicfiguren wie micky maus, snoopy oder ähnliches zu bekommen.

mittwoch wollten wir mal wieder etwas für unsere kulturelle bildung tun. nachdem wir endlich unseren studentenausweis bekommen haben, sind sabrina, domi und ich also mit bus und metro losgefahren, um den jing'an-tempel zu besuchen (unsere neuste erkenntnis: wenn man den bus 123, der direkt bei der tongji losfährt nimmt, kann man gleich bei peacehotel, in dem unsere bank eine filliale hat, aussteigen und ist billiger unterwegs als mit der metro ... ).

auf dem bild sieht man eine geniale erfindung, die wir zu gesicht bekommen haben, als wir nach dem studentenausweis unterwegs waren: ein büro mit tischtennisplatte - söllte jeder haben ;)

darunter der tempel von vorne



allerdings machen in china alle sehenswürdigkeiten schon sehr zeitig zu, dieser tempel beispielsweise schon um 5, und wir sind 5.15 uhr dort angekommen. aus diesem grund konnten wir den jing'an-tempel nur von außen sehen und nicht von innen besichtigen. das war allerdings auch auf eine gewisse weise interessant: der tempel ist wohl gerade erst renoviert worden, bzw. auf der innenseite wurde er auch noch renoviert.
dabei hat man gleich eine metro station quasi in den tempel mit eingebaut. außerdem befinden sich in der unteren etage des tempels jede menge läden (klamotten, parfüm, kust und alles, was eher nach konsum als buddhismus klingt ...). wir sind nach nicht erfüllter mission noch in einer japanischen imbisskette essen gegangen und anschließend zurück gefahren (ich bin echt froh, dass wir inzwischen ganz gut mit den öffentlichen verkehrsmitteln zurecht kommen ...).

donnerstag gab es dann die nächste lektion in sachen zurechtfinden in china. in einer gruppe aus insgesamt 7 leuten (vermie, michaela, gitasha, domi, franc*ois, sabrina und ich) haben wir uns aufgemacht, um die altstadt zu besuchen. allerdings haben wir insgesamt 3 stunden gebraucht, um sie zu finden. zwischenzeitlich sind wir zu fuss sogar bis zum bund zurück gelaufen (dort hat sich dann michaela verabschiedet). dann haben wir schließlich 2 taxis genommen, sind an verschiedenen orten rausgelassen wurden und bis wir alle wieder beisamen waren ... naja, als wir in der altstadt angekommen sind, hat es bereits gedämmert ... (das geschieht hier sehr zeitig und sehr plötzlich - zwischen 6.15 und 6.45 uhr wird es mit einem mal stockfinster ...).
die altstadt sieht wirklich so aus, wie man sich kleine chinesische gässchen vorstell: viele kleine häuser mit nur 2 etagen - unten ein kleiner laden, ein imbiss o.ä. und oben die wohnräume, alles wirkt wie selbst gebaut. überall hängt wäsche aus den fenstern, sowie blumenkübel etc. und es herrscht ein allgemeines gewusel.

wir haben dort bei einem (etwas schäbigen ...) imbiss wantan und nudeln gegessen. (hat aber alles geschmeckt und bis jetzt habe ich auch alles vertragen). ich hab mich an diesem tag auch zum ersten mal an einen der vielen kleinen stände am straßenrand ren getraut (bis dahin hatte ich bedenken wegen der hygiene etc., aber es hat wirklich verlockend gerochen und sah gut aus) - das war wahrscheinlich das beste, was ich bis jetzt gegessen habe (etwas wie große jiaozi, mit gemüse gefüllt, die wie früllungsrollen geschmeckt haben). wahrscheinlich haben die leute recht, wenn sie sagen, dass größte risiko besteht in china darin, dick zu werden ...

heute schließlich ist nichts weltbewegendes passiert. da dieses wochenende mondfest ist (oh schreck, ich weiß nicht mal mehr, welcher tag genau ...), haben wir am monatg frei. das wollten wir nutzen, um unseren ersten ausflug zu planen - nach suzhou. suzhou liegt ganz in der nähe von shanghai und gilt als das venedig chinas, da es dort viele kanäle gibt. außerdem ist es berühmt für seine gärten. eigentlich wollten wir morgen hinfahren und am sonntag zurück. als wir heute auf dem bahnhof waren, um tickets zu kaufen, haben wir allerdings nur keine für sonnabend bekommen (hätte man sich bei feiertag denken können ...), deswegen werden wir jetzt am sonntag früh hin und abends wieder zurück fahren. (fälschlicher weise wird immer behauptet, man würde tickets nur kurz vor fahrtantritt bekommen und auch nur vom abfahrtsort aus, aber das ist eine legende - man kann tickets früher buchen und bekommt auch gleich die rückfahrt dazu).
da wir also morgen plötzlich einen freien tag haben, haben sabrina und ich beschlossen den historischen yuyuan (yu-garten) hier in shanghai zu besuchen.
vielleicht finden wir ja auch noch ein bisschen was über das mondfest heraus. bis jetzt haben wir nur ein paar mondkuchen (siehe bild) gekostet :)

viele grüße an alle!
alin

1 Kommentar:

  1. Waren gestern auch in dem Restaurant n.n

    p.s.: hab jetzt auch hier einen Blog (bin immernoch entäuscht von LJ): http://theraputicsomehow.blogspot.com/

    --> wo kann man denn die anderen Blogs anzeigen lassen, die man list (deinen zum Beispiel)?

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